Freitag, 17. Dezember 2010

Advent feiern heißt warten können:
Warten ist eine Kunst, die unsere ungeduldige Zeit vergessen hat.
Sie will die reife Frucht brechen, wenn sie kaum den Sprößling setzte.
Wer nicht die herbe Seligkeit des Wartens kennt,
der wird nie den ganzen Segen der Erfüllung erleben.
Wer nicht weiß, wie es einem zumute ist,
der brange ringt mit den tiefen Fragen des Lebens und wartend sehnend Ausschau hält, bis sich die Wahrheit ihm entschleiert, der kann nichts von der Herrlichkeit des Augenblickes, in dem die Klarheit aufleuchtet, träumen,...
Auf die größten, tiefsten, zartesten Dinge in der Welt müssen wir warten,
da geht nichts im Sturm,
sondern nach dem göttlichen Gesetz des Keimens und Wachsens und Werdens.

Text: Dietrich Bonhoeffer

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